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Wenn Manieren Urlaub machen!


Da hab ich doch wieder das große Los gezogen. Ist ja mal wieder klar dass ich mit solchen Leuten zu tun hab.

Er ist ein Mann – schätzungsweise um die 50 Jahre – welcher nicht gerade die Sympathie in Person ist. Aber das hat mich ja am Anfang auch nicht gestört. Hatte ja gar nichts mit ihm am Hut, wir mussten nur im selben Gebäude arbeiten. Weder gehören wir zur selben Firma geschweige denn haben wir gemeinsame Interessen.  Darüber kann ich nur froh sein.

 

Wie auch schon der Titel sagt geht es um Manieren welche der werte Herr Kollege auf Urlaub geschickt hat. Oder besser gesagt haben die ihren Urlaub verlängert und er ist ohne Manieren zurückgekehrt.Da ich meinen neuen Job erst angenommen habe musste ich mich auf andere Sachen konzentrieren als auf die Menschen mit denen ich nicht zusammen arbeite.

Der Herr hat einen Ton drauf wo man sich kurz überlegen sollte ob man so jemals zu einem Kollegen sprechen würde. Kein Anstand, keine Überlegung wie was ankommen könnte beim anderen.

Da will er mir doch nach 3 Wochen Arbeit glatt sagen was ich zu tun habe. Er meinte ich würde nicht wissen welche Persönlichkeit gerade im Büro meines Chefs sitze. Natürlich habe ich es gewusst. Bin ja nicht auf der Nudelsuppe daher geschwommen. Ganz genau wusste ich wer da im Nebenraum saß.

Aber das interessierte ihn nicht und fing gleich den nächsten Abnormalen Satz an.  „Hoben’s erm scho an Kaffee anbotn?“  kam ganz forsch und herablassend aus seinem Mund. Er glaubte wahrscheinlich was Besseres zu sein als alle die hier Arbeiten oder die ihn umgeben.

Was fällt ihm ein mir zu sagen was ich zu tun habe? Mit welchem Recht könnte ich jemanden so etwas ins Gesicht klatschen und auch noch in diesem Ton.

Ja ich bin neu und ja ich bin noch nicht mal halb so alt wie er, aber Respekt sollte keine Altersgrenze haben. Es ist nicht immer leicht jemanden nicht nach seinem ersten Eindruck zu kritisieren – aber man kann es üben und lernen. Man will ja nicht selbst gleich einen Stempel auf die Stirn bekommen von jemand den ich gerade erst kennengelernt habe.

Dieser Umgang gefiel mir nicht und antwortete mit einem etwas überraschten aber doch sarkastischen Unterton „ Und?“

 

Was dachte er was ich machen werde? Sofort aufspringen und das machen was er mir sagt?
Steht weder in meinem Arbeitsvertrag noch werde ich in irgendeiner Weise dafür entlohnt.
Fazit: Wir spielen Söldner und tun nur das wofür wir glauben bezahlt zu werden!

Ja in diesem Moment war ich nicht die nette und brav erzogene Dame – die ich ja auch sein kann!
Ich durfte mal das Arschloch sein und solch ein Kommentar einfach übergehen.

Habe ich mich jemals in seine Angelegenheiten eingemischt und ihm gesagt was er zu Arbeiten hat?

Nein, und es würde mir auch nicht zustehen. Wenn man nur den Sinn der Aussage nimmt wollte er mir helfen.  Jedoch hat er sich beim Tonfall sehr vergriffen. Könnte jedem Mal passieren. Deshalb übersah ich seinen ersten Fehler und behielt die Situation im Hinterkopf.

Beim nächsten blöden Kommentar, welches ihm nicht zusteht, werde ich mal eine Abrechnung machen. Auf die scheiß-freundliche Art und Weise die ihn kräftig Verärgern und Verunsichern wird.

Was mir allerdings noch immer Schleierhaft ist, warum der Herr mit 50 Jahren keine Manieren übrig hat für Geschäftsleute? Daheim kann man reden wie man möchte, aber doch nicht im Büro.

 

Was meint ihr? Gehören gute Manieren zur Erziehung? Gibt es Bereiche im Leben bei denen Manieren auf keinen Fall fehlen dürfen?

Seit ihr selbst schon mal in einer ähnlichen Position gewesen? – Wie habt ihr sie gemeistert?

 

Liebe Grüße aus dem Sesselwärmer-Gefängnis

– eure Userella